Bundesländer
Navigation:
Dienstag

50 Jahre AKW Beznau sind genug!

Martin Litschauer - Litschauer: Überflutungsgefahr, Bodenerosion und Materialermüdung- was braucht es noch für die Stilllegung?

Auf einer Insel mitten im Schweizer Fluss Aare steht ein Rekord-Atommeiler. Das AKW Beznau ist mit über 50 Jahren das älteste AKW der Welt. Wieso ist das bemerkenswert? Es soll nun, nach mehrwöchiger Revision wieder in Betrieb gehen und das, obwohl dem Standort erst vor wenigen Wochen erhebliche Überflutungs- und Erosionsgefahr attestiert wurde. 

„Im Klimawandel werden Jahrhunderthochwässer zur neuen Normalität und die Atomindustrie ist nicht darauf vorbereitet. Das gilt für die Schweiz, sowie für den Rest der Welt. Das AKW-Beznau ist uralt, das Material ist ermüdet und der Standort ist stark erosionsgefährdet. Reicht das nicht, um den Uralt-Meiler endlich abzuschalten? Die Schweiz hat sich mittelfristig für den Atomausstieg entschieden. Wieso das Risiko weiterhin eingehen und nicht gleich auf billige und einsatzbereite Erneuerbare setzen?“ kommentiert Martin Litschauer, Antiatomenergie Sprecher der Grünen die Wiederinbetriebnahmen des AKWs rund 110 km von der österreichischen Grenze entfernt. 

Ein Gutachten des Schweizer Bundesamts für Umwelt (Bafu) und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat im Juni einen 2000 Seiten starken Bericht vorgelegt, der folgendes zeigt: Alle 100 000 Jahre muss die Schweiz mit einem extremen Hochwasser rechnen, welches das AKW Beznau einen Meter tief fluten kann. Außerdem steht der Bau teilweise auf lockerem Material mit erheblicher Erosionsgefahr. Die Umweltschutzorganisation Global 2000 weist zudem auf zahlreiche Einschlüsse im Material der Reaktordruckbehälter hin.