Bundesländer
Navigation:
am 5. Juni

El-Nagashi: "Islam-Landkarte" ist zu Sicherheitsproblem geworden

Faika El-Nagashi - Grüne: Angekündigte Einschränkung des Zugangs ist erster Schritt

 "Die so genannte Islam-Landkarte hat in den letzten Tagen zu einer Welle von Bedrohungen und Einschüchterungen gegen Einzelpersonen und Einrichtungen geführt, darunter mehrere auf der Landkarte angeführte Personen und Vereine, die zuständige Bundesministerin und der Leiter des Forschungsprojektes. Das verurteile ich auf das Schärfste. So etwas darf nie unwidersprochen im Raum stehen bleiben", sagt die Integrationssprecherin der Grünen, Faika El-Nagashi.

Der Leiter des Beirats der Dokumentationsstelle politischer Islam kündigt im aktuellen "Falter-Podcast" an, dass künftig eine Registrierung zum Aufrufen der Webseite vorgesehen sein wird. Dies wertet die El-Nagashi als "ersten wichtigen Schritt". Zwischenzeitlich wurde die Webseite offline genommen, laut offiziellen Angaben auf Grund eines Wechsels des IT-Anbieters. Auch das begrüßt El-Nagashi. "Es braucht jetzt eine Ruhephase, in der das Projekt offline genommen und grundlegend überarbeitet wird. Sicherheit, Datenschutz und der Dialog mit den Betroffenen müssen in die DNA dieses Projekts eingebaut werden. Gerade in der Integrationspolitik müssen wir besonders darauf bedacht sein, mit welchen Werten und Haltungen wir voran gehen", betont El-Nagashi.

"Spätestens mit dem gestern bekannt gewordenen Aufruf rechtsextremer Gruppen, muslimische Einrichtungen mit einem Schild im Stadtbild zu "markieren", ist die Landkarte zu einem ernst zu nehmenden Sicherheitsproblem geworden", meint El-Nagashi, die der Landespolizei selbst Fotos dieser rechtsextremen Aktionen zugesandt hat.

"Wir müssen jetzt umso mehr auf eine konstruktive Zusammenarbeit setzen, um denen keine Chance zu lassen, die entlang der Religionszugehörigkeit tief in die Gesellschaft hineinspalten wollen. In den letzten Tage gab es viele solidarische Stimmen, die sich für den Dialog und den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Die Musliminnen und Muslime in Österreich sind zweifelsohne Teil dieses Dialogs und dieses Zusammenhalts", sagt El-Nagashi.