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am 10. Juni

Nationalparks: Schätze der österreichischen Biodiversität

Astrid Rössler -

Österreich ist durch das Zusammentreffen unterschiedlicher Ökosysteme auf engstem Raum ein wahrer ‚Hotspot‘ der biologischen Vielfalt. Im internationalen Vergleich verfügt Österreich über eine besonders vielfältige Flora und Fauna. Diesen Reichtum an Naturschätzen verdanken wir auch den sechs heimischen Nationalparks​. Diese bieten Arten, die in Kulturlandschaften keine Überlebensmöglichkeit finden, wichtige Rückzugsgebiete. Diese Bedeutung bestätigt eine von Umweltministerin Leonore Gewessler vorgestellte neue Studie​ des Umweltbundesamtes und des Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien. Kernaussage der Studie: mehr als 70 Prozent der wichtigsten heimischen Artengruppen ist in den österreichischen Nationalparks anzutreffen. 

Mehr als zwei Drittel aller Arten in Nationalparks anzutreffen

Obwohl sie nur knapp drei Prozent der Gesamtfläche Österreichs abdecken, bieten diese Schutzgebiete Lebensraum für 87 Prozent der heimischen Säugetierarten. Bei den Vogelarten sind es 94 Prozent, bei den Reptilien 79 Prozent, 86 Prozent bei Amphibien und 81 Prozent bei Fischarten. Auch fast 70 Prozent der heimischen Gefäßpflanzenvielfalt lässt sich dort beobachten. Durch die neue Studie wird die Bedeutung der Nationalparks als Schätze der österreichischen Biodiversität erstmals auf eine fundierte Datenbasis gestellt. Die beobachtete Vielfalt ist zwar erfreulich, allerdings gilt: Nur weil eine Art in einem Nationalpark vorkommt bedeutet das nicht automatisch, dass diese Art oder der Lebensraumtyp gesichert ist. Umso wichtiger sind Studien wie diese, um den Trend zu erkennen und entgegenzusteuern. 

Biodiversitätsschutz braucht Maßnahmen auf allen Ebenen

Um der Biodiversitätskrise wirksam zu begegnen, müssen weiter alle Anstrengungen gegen die vielfältigen Bedrohungen unternehmen – auch und insbesondere außerhalb von Schutzgebieten. Die Ursachen für den schlechten Zustand der heimischen Artenvielfalt sind zahlreich: Der übermäßige Einsatz von Pestiziden und anderen Agrochemikalien zählt dazu ebenso wie Monokulturen auf unseren Feldern, Luftschadstoffe oder Wildtierkriminalität. Besonders wichtig ist eine drastische Verringerung des Flächenfraßes. Der tägliche Flächenverbrauch liegt hierzulande bei 13 Hektar. Das heißt für Straßen, Parkplätze, Gewerbegebiete und andere Infrastrukturprojekte wird Tag für Tag die Fläche von 20 Fußballfeldern der Natur entzogen und verbaut. Hier sind die Verantwortlichen in Ländern und Gemeinden dringend gefordert, beim Flächenverbrauch sparsamer zu werden und den Arten- sowie Lebensraumschutz verstärkt in die Raumordnung zu integrieren. Nur so können wir Österreichs Naturerbe bewahren und das Massenaussterben der Arten aufhalten.